Oktober 2022 

HOW TO KILL A TYRANT

Eine Frage des Widerstands

 

Premiere am 22. Oktober 2022 (verschoben auf Fr√ľhjahr 2023)

THEATER BREMEN

Ab wann greifen Zivilist*innen zur Waffe? Könnte es in bestimmten Situationen eine moralische Pflicht zum Widerstand geben? Wärst du bereit zu töten und getötet zu werden, um die Demokratie und deine Freiheit zu verteidigen?

Im letzten Teil von Costa Compagnie’s sechsj√§hriger „HOW TO ‚Äď Trilogie“ √ľber Monika Ertl bildet die Tochter des Kameramanns von Leni Riefenstahl erneut den Ausgangspunkt. Sie schloss sich Ende der 1960er der bolivianischen Befreiungsarmee an und exekutierte den Offizier der faschistischen Milit√§rdiktatur, der Che Guevara und dessen Nachfolger t√∂ten lie√ü. Sie w√§hlte den Weg der Gewalt, der an einen Tyrannenmord in der Antike erinnert.

Neben Monika Ertl stehen diesmal weitere Frauen der Zeitgeschichte und Gegenwart im Fokus, die den Weg des bewaffneten Widerstands wählten und wählen: Madeleine Riffaud, die noch heute in Paris lebend dort 1944 als Kämpferin der Résistance einen deutschen Offizier erschoss, daraufhin wochenlang gefoltert wurde und schließlich nach der Befreiung Kriegsberichterstatterin wurde. Die Nazijägerin Beate Klarsfeld, die mit ihrem Mann Serge bis heute den gewaltfreien Weg der Justiz und des Aktivismus wählte. Sowie die Ukrainerinnen Zhenya Zakrevska, Menschenrechtsanwältin, und Helena Maksyom, Dokumentarfilmregisseurin, die bei der umfassenden Invasion der Ukraine durch Russland im Februar 2022 freiwillig beschließen, selbst an der Front zu kämpfen.

Die Costa Compagnie untersucht mit vier Spielerinnen des Ensembles diese Formen des weiblichen Widerstands. Sie fragen sich, ab wann Zivilist*innen zur Waffe greifen und ob es in gewissen Situationen eine Pflicht zum Widerstand gibt. W√ľrdest du k√§mpfen, um die Demokratie oder deine Freiheit zu verteidigen?¬†

W√§hrend der Recherche filmten die K√ľnstler*innen an Orten deutscher Kriegsverbrechen in Oradour, Izieu und Paris in Frankreich und f√ľhrten Interviews mit Beate und Serge Klarsfeld, sowie mit Regis Debray, einem Philosophen, Autor und Kampfgenossen Che Guevaras und Monika Ertls.¬†

In der Ukraine interviewten sie Anfang August 2022 Soldatinnen an der Frontlinie bei Kharkiv, Frauen, die sich freiwillig zum bewaffneten Kampf ausbilden liessen, um ihr Land vor dem russischen Angriff zu verteidigen. Dar√ľber hinaus dokumentierten sie in Babyn Jar und Drobyzkyj Jar die teils zerst√∂rten Mahnmale gegen den deutschen „Holocaust durch Kugeln“ als auch das jetzige Leben, die Bombenangriffe und die Zerst√∂rung in den St√§dten Kharkiv und Kyiv.

In Zeiten von Krieg und Unterdr√ľckung entsteht unter dem Einsatz filmischer Mittel ein Theaterst√ľck dar√ľber, ob es eine ethische Verpflichtung zur Gegenwehr gegen staatliche Gewalt gibt.

 

Recherche, Regie, Text Felix Meyer-Christian B√ľhne Lea Kissing Kost√ľm Zo√ę Sebanyiga Kamera, Videoschnitt Thomas Oswald Musik Marcus Thomas¬†Dramaturgie Theresa Schlesinger, Marianne Seidler, Stefan Bl√§ske Mit Nadine Geyersbach, Lisa Guth, Irene Kleinschmidt, Jorid Lukaczik Regieassistenz Rahel Hofbauer Ausstattungsassistenz Andrea K√ľnemund Hospitanz Linda Hoppe

Eine Produktion des Theaters Bremen und der Costa Compagnie